Archiv der Kategorie »Kirche«

12.02.2010 // Kirche

Zahlungserinnerung

Ich hätte ich die römisch-katholische Kirche niemals vergessen, aber zur Sicherheit habe ich im Jänner eine »Zahlungserinnerung« per Post erhalten.

Bitte überweisen Sie uns den offenen Betrag [von 95,64 €] mit dem beigefügten Zahlschein bis zum 15. Februar 2010. Wenn Sie diese Frist nicht einhalten können, dann teilen Sie uns dies bitte so schnell wie möglich mit.

Kein Dank für „die bisherigen Leistungen“, aber immerhim anonyme „freundliche Grüße“ und einen Hinweis auf den Sprechtag im nähesten Pfarrhof.

Warum ich die Kirche nicht vergesse? Deswegen:

Im Falter 05/2010 wird der Pfarrer aus Windischgarsten, Gerhard Maria Wagner zum Dolm der Woche gewählt: „Laut dem Pfarrer ist Haitis Voodoo-Kult Schuld am Erdbeben“ und „Im Jahr 2009 verzeichnete Wagner Linzer Diözese einen Rekordanstieg von Kirchenaustritten um 43,5 Prozent. Der Pfarrer spricht von nötiger Gesundschrumpfung.“

Zum Kirchenaustritt: Allgemein in Österreich (ORF.at) bzw. in der Steiermark (ORF.at). Aus dem Steiermark-Artikel: „Doch auch die Wirtschaftskrise spiele eine Rolle: Viele Menschen würden in finanziell schwierigen Zeiten beim Kirchenbeitrag sparen. [laut Georg Plank von der Diözese Graz-Seckau]“ Klar, nur die böse Wirtschaftskrise ist an den Kirchenaustritten schuld!

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29.12.2009 // Kirche, Politik

Zur aktuellen Politik in der ÖVP

Die österreichische Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) fordert, dass Zivildiener ihre Krankenstände, die länger als 3 (!) Tage dauern einarbeiten müssen, auch wenn die Krankenstände berechtigt und bestätigt sind; Artikel im Standard und in der Presse.

Der steirische Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer spricht sich gegen Minarette in Österreich und für Kreuze in Schuklassen aus; Artikel in der Kleinen Zeitung.

Als ehemaliger Zivildiener, Atheist (oder andere Bezeichnung, wie von Rudolf Burger präferiert) und liberaler Mensch möchte ich meine Ablehnung gegenüber beiden Vorhaben bzw. Aussagen anbringen.

Warum? Weil das hier mein Blog ist; aber andere Meinungen sind natürlich willkommen.

18.12.2009 // Kirche

Wieder Post aus Graz-Seckau

Der nächste Teil aus meiner Reihe »Was passiert eigentlich … beim Kirchenaustritt?« behandelt die Briefe zum Kirchenbeitrag nach dem Austritt.

Ungefährt 4 Monate nach meinem Kirchenaustritt (08.06.2009) habe ich wieder Mal einen Brief von der Kirchenbeitragsorganisation erhalten. Sieht diesmal irgendwie anders aus, leidiglich schwarz auf weiß, ansonsten in Farbe mit Werbebanner. Auf jeden Fall hat sich mein Kirchenbeitrag für 2009 durch meinen vorzeitigen Austritt reduziert und beträgt nur noch 65,64 €, und ingesamt (inkl. 2008) 95,64 €.

Für alles, womit Sie die katholische Kirche bisher unterstützt haben, bedanken wir uns sehr herzlich und wünschen Ihnen alles Gute auf Ihrem weiteren Lebenswerg!

PS: Ein Austritt muss nichts Endgültiges sein. Wir würden uns freuen, wenn auch Sie wieder eines Tages zur Gemeinschaft der Kirche zurückfinden könnten.

Wie auch immer, im Oktober 2009 war ich ja ganz woanders und konnte leider nicht reagieren. Aber Organisationen, denen man Geld „schuldet“ sind hartnäckig und einen Monat später (mittlerweile November 2009) habe ich wieder einen Brief – diesmal im gewohnten Design – bekommen.

Der Inhalt entspricht natürlich ungefähr dem vorigen Brief, aber mit Hinweis auf die „schwierigen Zeiten“, die steuerliche Absetzbarkeit des Kirchenbeitrages und Wünsche für ein „gesegnetes Weihnachtsfest“. Bisher also noch kein Wort von Mahnung o.ä., der Ton ist immer ausgesprochen freundlich. Eigentlich fast ein bisschen gemein von mir, einfach nicht zu antworten … fast.

01.12.2009 // Kirche

Moralvorstellungen

„Und laut der jüngsten Integrationsstudie des Innenministeriums halten 68 Prozent die Moralvorstellungen des Islam für überkommen und altmodisch; […]“

Zitat aus Der Presse vom 01.12.2009, Titelseite, Artikel »Wer fürchtet sich vor dem Minarett?«.

Das gleiche könnte ich über die vorherrschende Religion in Österreich auch sagen …

03.11.2009 // Kirche

Post vom bischöflichen Pastoralamt

Die unendliche Geschichte wird fortgesetzt: Kurz vor meinem Urlaub habe ich erneut Post vom Bischofsplatz in Graz bekommen, der Bischof hat also sein Wort gehalten.

Der »Referent für Glaubensinformation, Seelsorge an Menschen mit größerer Distanz zur Kirche, Kirchenaustritte und Wiederaufnahmen« geht kurz auf meine Vorgeschichte ein und erlaubt sich gleich, als Antwort auf mein „Dutzend Themen“ und „Kritikpunkte“ eine von ihm verfasste Broschüre mitzusenden. Der Titel des Heftchen ist »Betrifft: Kirchenkritik. 65 Statements zu bekannten Vorwürfen und kritischen Anfragen an die katholische Kirche« und ist also wieder eine Massenantwort auf Kritik an der Kirche. Gut, ich will nicht zu sehr schimpfen und versuchen mich damit ernsthaft zu beschäftigen (die Broschüre ist als Antworten auf bekannte, einzelne Vorwürfe geschrieben):

Immerhin ist ein Foto der „Atheismuswerbung in England 2009“ abgedruckt, das ist ein Pluspunkt.

Vorwurf 6: „Im Namen von Religion und Kirche wurden viele Verbrechen begangen. Ohne Religionen und Kirchen ginge es menschlicher zu auf der Welt!“
Antwort (sinngemäß): Die katholische Kirche hat die historische Schuld ihrer Vertreter mehrmals öffentlich bekannt. Aber: Der Kommunismus und Nationalsozialismus waren noch viel schlimmer!
Mein Kommentar: Immer ablenken und mit dem Finger auf die Anderen zeigen.

10: „Warum soll Jesus der Sohn Gottes gewesen sein? Können Sie mir beweisen, dass Jesus mehr war als eine interessante religiöse Persönlichkeit?“
„Nein, beweisen kann ich es nicht.“ Aber irgendwer dem Jesus begegnet ist hat daran geglaubt.
Wusste ich es doch, nichts wenig in der Kirche fußt auf Beweisen.

14: „Beweise dafür, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, gibt es nicht. Warum sollte man so etwas glauben?“
„[…] Was an jenem Ostertag geschah, bleibt letztlich ein Geheimnis. […] Die Auferstehung übersteigt naturwissenschaftliche, psychologische und historische Kategorien. […]“
Wieder keine Beweise.

22: „Macht ein Kirchenaustritt die Taufe ungültig?“
„Nein!“.
Verdammt aber auch.

25: „Unfehlbarkeit des Papstes – was soll das?“
Wenn der Papst ein endgültiges Urteil (Dogma) verkündet, vertrauen wir auf Gott, dass die Antwort immer in die richtige Richtung weist.
Der Heilige Geist wirds schon richten …

30: „Gilt die Sonntagspflicht noch?“
„Die katholische Kirche verlangt nach wie vor, dass ihre Mitglieder an Sonn- und Feiertagen die Messe mitfeiern.“
Ich muss zugeben, das war mir neu.

36: „Warum gibt es keine katholischen Priesterinnen?“
„Die Kirche hat keinerlei Vollmacht, Frauen die Priesterweihe zu spenden, weil auch schon Jesus bewusst nur Männer als Apostel ausgewählt hat“ und „die Nichtzulassung der Frau zur Priesterweihe bedeutet keine Minderung ihrer Würde und keine Diskriminerung ihr gegenüber“.
Eine lahme Ausrede, wie ich finde. Aber das ist keine Diskriminierung, klar.

38: „Lehrt die Kirche noch immer, dass man vor der Ehe keinen Sex haben soll? Das ist für uns Jugendliche unverständlich.“
Die Kirche muss die Lebenswelt der Jugendlichen besser verstehen, wir wissen dass ich in unserem Land kaum ein Jugendlicher daran hält, aber: Auf diesem Standpunkt bleiben wir.
Man sieht, wieviel die Jugendlichen von den Werten „ihrer“ Kirche halten.

39: „Soll jede Frau zehn Kinder bekommen? Warum ist die Kirche gegen Verhütung?“
Die Kirche ist gar nicht für unbedachte Vermehrung, sondern nur gegen Verhütungsmittel aber für eine natürliche Empfängnisregelung. Aber: Jedes Verhütungsmittel ist besser als eine Abtreibung.
Ich sage nur: „Die Benutzung von Kondomen verschlimmert das AIDS-Problem“ (Papst Benedikt, XVI.). Weiters ist die Kirche natürlich auch gegen Abtreibung, auch im Falle einer Vergewaltigung.

43: „Warum verlieren Geschiedene alle Rechte in der Kirche?“
„Niemand ist wegen einer Scheidung von den Sakramenten ausgeschlossen.“
Bis sich Geschiedene wieder verheiraten, dann ist’s Schluss mit Lustig und den Sakramenten. Weil das steht ja im Wiederspruch zum Versprechen „Bis der Tod uns scheidet“.

45: „Gibt es für Geschiedene eine Chance, kirchlich zu heiraten?“
„Solange der Partner lebt, dem man das kirchliche Eheversprechen gegeben hat, ist eine neue kirchliche Heirat nicht möglich.“
Außer die Ehe wäre ungültig gewesen und damit zu annullieren – na dann ists ja gut.

46: „Warum lehnt die Kirche praktizierte Homosexualität ab?“
„Nach traditioneller und nach wie vor gültiger Lehre der katholischen Kirche ist homosexuelle Praxis moralisch inakzeptabel weil ihr die Mann-Frau-Polarität fehlt und ihre Akte von sich aus nie für neues menschliches Leben offen sein können.“
Für viele Menschen heute sei dieser Standpunkt „schwer nachvollziehbar“ – oder gar nicht, Ansichtssache, nicht? Eine homosexuelle Partnerschaft dürfe man ja auch nie niemals auf eine Stufe mit der traditionellen Ehe stellen!

 

Ja, es stimmt schon, ich halte von Religion im Allgemeinen und der römisch-katholischen Kirche im Speziellen wenig bis gar nichts. Daher haben natürlich jegliche „Argumente“ für Religion oder Kirche einen schweren Stand. Auch diese relativ sehr offenen Antworten auf Kritikpunkte der Kirche werden es nicht schaffen meine Meinung entscheidend zu verändern. Ich bleibe also dabei, aus der Kirche ausgetreten zu sein und mich als Atheist zu bezeichnen.

21.09.2009 // Kirche

Post vom Bischof persönlich

Knapp vier Wochen nach meinem Brief an den Bischof von Graz-Seckau, Dr. Egon Kapellari, (in Antwort auf den Standardbrief zum Kirchenaustritt) habe ich eine Antwort erhalten!

Die Betreffzeilen lauten diesmal: „Sehr geehrter Herr Kollmann“ und „Mit freundlichen Grüßen“. Ohne dem Bischofswappen mit dem Wahlspruch »Omnia vestra – vos autem Christi« (Alles ist Euer, Ihr aber gehört Christus – 1 Kor 3,23) hätte der Brief gar nichts kirchliches an sich.

„Ich respektiere Ihre Entscheidung und ich bedaure sie zugleich. Unsere Türen bleiben Ihnen selbstverständlich einladend offen.“

Insgesamt hat der werte Bischof auf meinen Brief nicht geantwortet, er hat lediglich den Empfang bestätigt, den Brief weitergeleitet und verspricht mir eine umfassende Antwort. Angesprochener Mitarbeiter der Diözese ist »Referent für Glaubensinformation, Seelsorge an Menschen mit größerer  Distanz zur Kirche, Kirchenaustritte und Wiederaufnahmen«. Ich bin schon gespannt wie auf meinen Brief, der mit den Zwangsbeiträgen, der Schöpfungstheorie und den Kreuzzüge alles enthält was mich von der römisch-katholischen Kirche fernhält reagiert wird. Aber schade dass der Bischof nicht persönlich reagiert hat.

18.08.2009 // Kirche

Post vom Bischof

Etwa zwei Wochen nach meinem Kirchenaustritt habe ich einen Brief von Seiner Exzellenz, Diözesanbischof Dr. jur. Egon Kapellari bekommen. (Seine Grußzeile: „Mit besten Grüßen und Segenswünschen“, Begrüßungszeile zum Glück nicht „Grüß Gott!“)

„Mit großem Bedauern habe ich von der zuständigen staatlichen Verwaltungsbehörde die Mitteilung erhalten, dass Sie Ihren Austritt aus der Katholischen Kirchen erklärt haben. Selbstverständlich respektiere ich Ihre freie Entscheidung. Ich halte es aber für notwendig, Ihnen diesen Brief zu schreiben.“

„Das Dialog-Center unserer Diözese wird sich in meinem Auftrag bemühen, einen Kontakt herzustellen.“

Muss ich jetzt auch noch mit unerwünschten Anrufen rechnen?

Bis zum 01.10.2009 habe ich die Möglichkeit meine Entscheidung zurückzunehmen und die Kirche würde wohl so tun als wäre nie etwas gewesen. Ansonsten müsse man meinen Austritt auch im Taufbuch eintragen. Jedoch wird unter keinen Umständen die Taufe ungültig gemacht!

Anbei liegt noch eine Seite „Der Kirchenaustritt und seine Folgen“ sowieso auf deren Rückseite die „Erklärung des WIDERRUFES des Austrittes aus der Katholischen Kirche“, sicher ist sicher. Kurzer Check welche Rechte ich laut Diözese durch meinen Kirchenaustritt verliere: Empfang der Sakramente, Übernahme des Patenamtes, Übernahme von Funktionen und Diensten in kirchlichen Einrichtungen sowieso das Recht auf ein kirchliches Begräbnis. Glück gehabt, Fegefeuer oder Hölle wird in keinem Wort erwähnt.

Der Bischof erwähnt noch dass er leider nicht jeden Brief (der an alle Katholiken die Ihren Austritt erklären ergeht) angesicht der (wohl stetig steigenden) Anzahl händisch unterschreiben kann. Er verspricht aber auf jede Antwort eine individuelle Rückantwort. Ich denke das werde ich noch in Anspruch nehmen, sehr freundlich!

11.08.2009 // Kirche

Wie tritt man aus der Kirche aus?

Die Vorgeschichte in drei Teilen: September 2008, November 2008, April 2009.

Im Mai habe ich erneut (altmodische, herkömmliche) Post von der Diözese Graz-Seckau bekommen: Mein Rückstand beim Kirchenbeitrag sei auf 95,64 € angewachsen und die Lange Nacht der Kirchen (ganz tolle Homepage!) finde statt. Beides eigentlich unerwünschte Informationen. Wie dem auch sei habe ich mich schlau gemacht und bin auf Kirchenaustritt.at gestoßen (auch ganz tolle Homepage, aber informativ).

Dort habe ich mich noch einmal über die wirklich, wirklich bedeutenden Einschnitte informiert die ich nach einem Kirchenaustritt zu ertragen habe: Keine kirchliche Hochzeit, keine Kirchenämter, kein Pfarrer bei meiner Beerdigung und vorallem, ganz wichtig: keine Kommunion! Nach sehr langem hin und her (sicher zwei Sekunden lang!) habe ich mich für einen Kirchenaustritt entschieden. Also schnell ein Mail an die Bezirkshauptmannschaft geschrieben, Meldezettel und Taufschein angehängt und abgeschickt. (Großer Vorteil dieser Methode: Keine Amtswege und keine Gebühren!)

Die Antwort kommt etwa zwei Wochen später per Post und beinhaltet die Zeile: „Die Austrittsanzeige ist am 08.06.2009 eingelangt und von diesem Tage an rechtswirksam.“. Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut!

10.04.2009 // Kirche

Grüß Gott, Herr Kollmann!

Hintergrund: Teil 1 und Teil 2

Meine allerliebste Organisation, die Kirchenbeitragsorganisation hat mir nach über drei Monaten wieder geschrieben! Gleich im ersten Satz unterstellen die mir die absurdesten Dinge:

Herzlichen Dank für alle Ihre bisherigen Leistungen für die steirische Kirche. Damit machen Sie lebendige Kirche möglich!

Aufgrund meiner Lohnsteuererklärung wurde gleich mal meine Beitragsgrundlage festgelegt (ätsch, das war nicht fürs ganze Jahr 2008) und ein Kirchenbeitrag in der Höhe von 131,28 € für das Jahr 2009 berechnet. Damit ist mein monatlicher Beitrag von 2,50 € auf unglaubliche 10,94 € hochgeschnellt. Es gibt immerhin einen Link zum Online-Kirchenbeitragsrechner. Inklusive 3 % „Frühzahlerbonus“ und Einzugsermächtigung liegt mein Rückstand bei 147,34 €. Ziemlich viel Geld, dass ich beim Fenster rauswerfen würde.

In diesem Sinne:

Alles Gute und Gottes Segen!

10.04.2009 // Kirche

Die spinnen, die Christen!

Holy Week – The Big Picture. Siehe besonders Kommentare #6, #11, usw. Zum Vergleich: KKK.